Mittwoch, 26. Juli 2017

Zwei Krimis vom Feinsten

Abbildungen: Bastei Lübbe

Jo Spain "Tu Buße und stirb", Bastei Lübbe, 541 Seiten, ISBN 978-3-404-17553-6    An einem eiskalten Dezembermorgen wird in einem Park in Dublin die Leiche einer Nonne gefunden. Die Inszenierung des Tatorts deutet auf einen Ritualmörder hin, doch Inspector Tom Reynolds ahnt, dass das Opfer nicht zufällig ausgewählt wurde. Die Spur führt in ein einsam gelegenes Kloster. Als sich dort rätselhafte Ereignisse häufen, durchdringt ein beängstigender Verdacht das alte Gemäuer: Der Mörder befindet sich im Kloster – und was ihn antreibt, ist Rache für ein nie gesühntes Verbrechen.
Köllefornia informiert:    Zum Buch: Sehr spannend und unterhaltsam geschrieben. Was Jo Spain aus der Feder fließt hat Hand und Fuß plus einem gehörigen Schuß Grusel. Zur Autorin: 
Jo Spain arbeitet als Journalistin und Beraterin des Irischen Parlaments. Tu Buße und stirb ist ihr erster Roman, der in Irland sogleich zum Bestseller avancierte und es auf die Shortlist des renommierten Richard and Judy Bestseller Competition schaffte. Jo Spain lebt mit ihrem Ehemann und ihren vier gemeinsamen Kindern in Dublin.

Ethan Cross "Spectrum", Bastei Lübbe, 510 Seiten, 11,- EUR, ISBN 978-3-404-17555-0    Eine neue rasante Thriller-Serie von Bestsellerautor Ethan Cross, dem Autor der Shepherd-Thriller August Burke ist anders. Irgendwie seltsam, geradezu wunderlich. Doch Burke ist auch ein Genie: Er erkennt Zusammenhänge, die allen anderen verborgen bleiben. Als es in einer Bank zu einer Geiselnahme kommt, wendet das FBI sich an ihn. Denn die Täter verhalten sich extrem ungewöhnlich und verschwinden schließlich sogar unbemerkt aus dem umstellten Gebäude. Mit Burkes Hilfe entdeckt das FBI den Zugang zu einem Geheimlabor unter der Bank – das eigentliche Ziel des Überfalls. Was haben die Räuber dort gesucht? Und haben sie es gefunden? Zusammen mit Special Agent Carter folgt Burke ihrer Spur – und bekommt es mit einem Feind zu tun, der bereit ist, tausende Menschenleben zu opfern.
Köllefornia informiert:    Zum Buch: Verraten werden wir hier nichts, nur so viel. Auch dieser spannende Roman ist vom ersten bis zum letzten Buchstaben sein Geld wert. Er wird hundertprozentig ein erneuter Bestseller des beliebten Schreibers. Zum Autoren: Ethan Cross ist das Pseudonym eines amerikanischen Thriller-Autors, der mit seiner Frau, drei Kindern und zwei Shih Tzus in Illinois lebt. Nach einer Zeit als Musiker nahm Ethan Cross sich vor, die Welt fiktiver Serienkiller um ein besonderes Exemplar zu bereichern. Francis Ackerman junior bringt seitdem zahlreiche Leser um ihren Schlaf und geistert durch ihre Alpträume.

Montag, 24. Juli 2017

Die Moortochter

Abbildung: der Hörverlag

Hörbuch: Karen Dionne "Die Moortochter", der Hörverlag, 1 mp3-CD, Laufzeit: ca. 8h 40, 14,99 EUR, ISBN 978-3-8445-2710-0    Helena Pelletier lebt in Michigan auf der dünn besiedelten Upper Peninsula. Sie ist eine ausgezeichnete Fährtenleserin und Jägerin – Fähigkeiten, die sie als Kind von ihrem Vater gelernt hat, als sie in einer Hütte mitten im Moor lebten. Für Helena war ihr Vater immer ein Held – bis sie vor fünfzehn Jahren erfuhr, dass er in Wahrheit ein gefährlicher Psychopath ist, der ihre Mutter entführt hatte. Zwei Jahre später wurde er gefasst und sitzt seitdem im Hochsicherheitsgefängnis. Doch als Helena eines Tages in den Nachrichten hört, dass ein Gefangener entkommen ist, weiß sie sofort, dass es ihr Vater ist. Nur Helena ist in der Lage, ihn aufzuspüren. Es wird eine brutale Jagd, denn er hat noch eine Rechnung mit ihr offen.
Köllefornia informiert:    Über das Hörbuch: Hier passiert viel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Obacht ist geboten, um am Ball zu bleiben. Alles in allem kann man bei konzentriertem Zuhören, diesen Thriller hervorragend genießen. Über die Autorin: Karen Dionne hat in jungen Jahren mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter ein alternatives Leben in einer Hütte auf der Upper Peninsula geführt. Ihre damaligen Erfahrungen in der Wildnis hat sie nun in ihren außergewöhnlichen Psychothriller "Die Moortochter" eingebracht. Heute lebt Karen Dionne mit ihrem Mann in einem Vorort von Detroit, wo sie an ihrem nächsten Psychothriller schreibt.

Montag, 17. Juli 2017

Der Informant

Abbildung: Penguin

Chris Pavone "Der Informant", Penguin Verlag, 576 Seiten, 13,- EUR, ISBN 978-3-328-10103-1    Der amerikanische Journalist Will Rhodes reist im Auftrag eines renommierten Reisemagazins um die Welt. Doch dann wird er in Argentinien von einer Frau erpresst, die Ungeheuerliches behauptet. Sie unterbreitet ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann, und schon bald gerät er immer tiefer in ein Netz aus internationalen Intrigen und gefährlichen Geheimnissen. Auf der Suche nach der Wahrheit jagt Will um den halben Globus. Und noch ahnt er nicht, dass seine eigene Frau die größte Bedrohung für ihn darstellen könnte.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Eine zuerst verwirrte Geschichte, die sich aber nach und nach logisch erklärt. Wer den Autoren kennt, wird mit "Der Informant" dahin gehend belehrt, dass dieses sein absolut bestes Werk ist. Über den Autoren: Chris Pavone arbeitete viele Jahre als Lektor und lebt heute mit Familie und Hund in New York City. Bereits sein Debüt "Die Frau, die niemand kannte" erntete begeisterte Pressestimmen, wurde mit dem Edgar Award ausgezeichnet und in zwanzig Sprachen übersetzt. "Der Informant" ist sein dritter Roman.

Shakespeare Sonnets

Abbildung: JazzNarts

"Sings Shakespeare Sonnets 3", JAZZNARTS RECORDS, Inakustik / Ordis / HRA    "Aller guten Dinge sind drei”, dies muss die belgische Caroll Vanwelden auch gedacht haben als sie beschlossen hat eine Jazz-Trilogie um die Shakespeare Sonette zu schreiben. Dem Thema der 154 Sonette Shakespeares hat sich die Komponistin und Pianistin auf ihre einfühlsame Art und Weise bereits 2012 und 2014 angenommen. Daraus entstanden sind zwei von den Kritikern äußerst gelobte Veröffentlichungen. Die Künstlerin begann eine multidimensionale musikalisch-lyrische Reise, welche mit dem neuen JAZZNARTS RECORDS Release Caroll Vanwelden – Sings Shakespeare Sonnets 3 am 21. Juli 2017 seinen Höhe-punkt aber zeitgleich auch sein fulminantes Ende findet. Auf der letzten Platte die-ser Trilogie, zeigt sie uns einmal mehr ihren sehr originellen und ganz eigenen Ansatz für die Interpretation der bekanntesten Sonette des englischen Großmeisters.

“So long as men can breathe or eyes can see, so long lives this, and this gives life to thee.” (William Shakespeare) Es ist die Idee der Unsterblichkeit, die der englische Lyriker und Dramaturg in seinem bekanntesten Sonnet Nummer 18 aus dem Jahr 1609 verarbeitet. Die Leitbilder der unendlichen Liebe und intensiven Sexualität, nahezu manischen Besessenheit, der bezaubernden Schönheit über den unausweichlichen Verfall bis hin zur endlichen Mortalität. Es ist ein Opus wie es monumentaler nicht sein könnte, die 154 Sonette von Shakespeare. Kein Werk der Weltliteratur, außer der Bibel, wurde häufiger ins Deutsche übersetzt.

Der rote Faden aller Produktionen ist die warme und farbenprächtige Stimme Vanweldens. Der Klangkünstlerin ist es möglich in einem Moment eine vielfältige Melancholie zu erschaffen, bevor der Zuhörer im darauffolgenden Moment, fast schon explosionsartig, von der Intensität und Kraft ihres Gesangs geradezu über-mannt wird. Sie setzt Energie frei, schafft Emotionen und verzaubert mit hypnoti-scher Leichtigkeit. Dies in Kombination mit der thematischen Erörterung zu Shakespeare und dessen Credo zur Prokreation der unendlichen Liebe, schafft eine so ausdrucksstarke Basis wie es bisher noch nicht möglich war. Genau von dieser Liebe spricht aber auch die Sängerin, wenn sie von ihren zwei wunderbaren Kindern erzählt, oder eben der Sexualität die Sie empfindet, wenn sie sich ganz der Musik hingeben kann. Genauso aber auch die Konfrontation mit der perfektionistischen Besessenheit gegenüber dem einmaligen und unerreichbaren Lebenswerk von Shakespeare. All dies wird ummantelt von ihrer Begeisterung für Schönheit und Ästhetik. Aber auch der Verfall wird verarbeitet, ein Verfall dem der englische Dichter quasi mühelos entgangen ist, da seine Kunst länger währt als die Zeit. Zuletzt noch die Mortalität, eine Thematik die besonderes präsent während des Entstehungsprozesses zu Shakespeares Sonetts 3 war. Kurz vor dem Release des zweiten Albums ist der Vater Vanweldens gestorben, was die Arbeiten zu der aktuellen Veröffentlichung maßgeblich geprägt hat. „Die Motive und Leitbilder Shakespeares sind faszinierend und universell zugleich. In all seinen Motiven finde ich mich selbst wieder und auch ein großes Maß an Inspiration“, so die Musikerin.

Musikalische Unterstützung erhält die Pianistin von drei der spannendsten und erfolgreichsten Instrumentalisten Deutschlands. An Trompete und Flügelhorn hören wir den Mannheimer Kulturmacher Thomas Siffling, dessen elegante Melodien sich perfekt mit Vanweldens einzigartiger und warmer Stimme verbinden. Der Stuttgarter Künstler und Professor Mini Schulz lässt seinen Bogen zuweilen anmutig über den Kontrabass streichen, bevor er diesen in dem nächsten Stück schon lässig-groovend zupft. Der Newcomer und in Köln lebende Jens Düppe trägt mit seinem Schlagzeug- und Percussionspiel zu komplexen Rhythmuswechseln und dem musikalischen Reichtum der Gruppe, durch seine vielfältige und reiche Klangpalette, bei.

Mit Shakespeare Sonnets 3 setzt Caroll Vanwelden ein magisches und vollkommenes Ausrufzeichen hinter eine musikalische Trilogie die spannender nicht sein könnte. Die mutige Herangehensweise und künstlerische Verarbeitung der Sonette gelingt fast spielerisch. Entstanden ist ein Album für den klassischen Jazzfan, Freunde der Lyrik oder den schlichten Musikgenießer. Vom ersten bis zum letzten Stück oder auch von Vers zu Vers eine wahre Wonne.

Mord im Küstenwind

Abbildung: Emons

Christiane Franke "Mord im Küstenwind", Emons Verlag, 256 Seiten, 10,90 EUR, ISBN 978-3-7408-0175-5     In Wilhelmshaven verbrennt ein Psychiater in seiner Praxis, auf Wangerooge wird der Inselarzt tot auf dem Friedhof gefunden, und auf Norderney liegt ein Pneumologe erstochen im Strandkorb. Zunächst scheint die Spur aller drei Fälle ins Drogenmilieu zu führen. Doch dann müssen Oda Wagner und Christine Cordes erkennen, dass ihnen der Täter näher ist, als ihnen lieb sein kann.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Wer die Nordsee liebt, wird beim Lesen die herrliche Luft spüren. Nebenher erzählt Ihnen die Autorin eine packende Kriminalgeschichte. Dieser Roman knüpft an zahlreichen weiteren Büchern von anderen Autoren an, die ebenfalls im hohen Norden spielen. Ein weiteres Leseabenteuer das ebenfalls sehr zu empfehlen ist. Über die Autorin: Christiane Franke lebt an der Nordsee, wo ihre bislang 14 Romane spielen. Sie ist Herausgeberin von Anthologien, war 2003 für den Deutschen Kurzkrimipreis nominiert und erhielt 2011 das Stipendium der Insel Juist "Tatort Töwerland".

Donnerstag, 13. Juli 2017

Imi Knoebel in Wuppertal

"Raum 19" (Foto: Lydia Tress)

Vom 15. Juli bis 03. Dezember 2017 zeigt der Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal Imi Knoebel. Gezeigt werden Werke von den Anfängen seines Schaffens bis heute. In zwei Ausstellungshallen werden Arbeiten seiner über fünfzig Jahren andauernden Tätigkeit vorgestellt. In der oberen Halle wird sein Schlüsselwerk "Raum 19" gezeigt. Eine Installation, die er bereits in den 1960er Jahren, neben der Beuysklasse (Raum 20) in Raum 19 anfing zu verwirklichen. Diese Materialanordnung besteht aus preiswerten Hartfaserobjekten. Auf diesem Basiswerk baute Imi Knoebel seine spätere sich weiter entwickelte Installation kontinuierlich auf. Während der Ausstellung wurde die gesamte Glasfassade mit weißer Farbe übermalt. So ergibt sich im Inneren ein nach außen abgegrenztes Feld.

Imi Knoebel vor "Fishing Yellow I" (Foto: Lydia Tress)

In der unteren Ausstellungshalle zeigt Knoebel eine kleine Auswahl seiner farbenfrohen Tafelbilder. Mehr Informationen: Skulpturenpark Waldfrieden

Mittwoch, 12. Juli 2017

Rainer Gross pendelt zwischen Malerei und Musik

Abbildung: Rainer Gross

Kaum verwunderlich, dass ein Urkölner, der gemeinsam mit Wolfgang Niedecken und Manfred Boecker Musik machte und wie seine beiden Freunde, ebenfalls Kunst studierte, mit beiden Genres umzugehen weiß. Gross zog es Anfang der 1970er Jahre nach New York, von wo aus er mit seinen Kölner Kumpels immer weiter Kontakt pflegte. Sie haben sich über Jahrzehnte hinweg, besucht um ihre Kreativitäten gegenseitig zu beobachten. Rainer Gross, der in Galerien, Museen und Ausstellungshallen weltweit einen Namen hat, ist es gelungen, einen Silberling herauszubringen. Neben "Herbstblädder" finden sie auch den Song "Old Dogs". Alles in allem eine runde Sache, die man sich zu einem Glas Wein in Ruhe anhören sollte. Erhältlich bei Amazon