Mittwoch, 17. Februar 2016

Genese Dada - 100 Jahre Dada Zürich

Abbildung: Scheidegger & Spiess

"Genese Dada - 100 Jahre Dada Zürich", Scheidegger & Spiess, 248 Seiten, 38,- EUR, 143 farbige und 23 sw Abbildungen, ISBN 978-3-85881-492-0    Am 5. Februar 1916 eröffneten Hugo Ball und Emmy Hennings gemeinsam mit Marcel Janco, Tristan Tzara und Hans Arp in Zürich das Cabaret Voltaire, das mit seinem legendären Programm Geschichte schreiben sollte. Dies war die Geburtsstunde von Dada. Wenig später folgte eine kurze, aber ebenso bedeutsame Ära in der Galerie Dada in Zürich, in der unter der Ägide der Dadaisten insgesamt vier Ausstellungen entstanden. Die Dada-Entwicklung ist stark von der Polarität dieser beiden Orte geprägt, in denen jeweils eine sehr unterschiedliche Atmosphäre herrschte.
Diese umfassende Darstellung der Dada-Genese erscheint anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der revolutionären Kunstbewegung. Sie beleuchtet deren Anfangsjahre 1916 / 17 in Zürich im Kontext der damaligen Zeit. Mit Blick auf den zeitgeschichtlichen Hintergrund wird anhand relevanter Themen wie dem Ersten Weltkrieg, der Psychoanalyse oder der zeitgenössischen Kunstszene ergründet, auf welchem intellektuellen und gesellschaftlichen Nährboden sich Dada entwickeln konnte. Die Beiträge zeigen auf, wie Dada ein weltumspannendes Phänomen wurde, mit dem Künstler wie Joan Miró, Marcel Duchamp, Jean Cocteau oder Man Ray assoziiert waren und dessen Schlagkraft bis heute nichts an Aktualität eingebüsst hat.
Mit Beiträgen von Astrid von Asten, Tobias Ballweg und Katja Cattapan, Nicola Behrens, Friedrich Kurt Benndorf, Tobia Bezzola, Hannes Böhringer, Tanja Buchholz, Hayat Erdogan, Jürgen Häusler, Oliver Kornhoff, Sylvie Kyeck, Jutta Mattern, Dieter Mersch, Raimund Meyer, Adrian Notz, Robert Pfaller, Eric Robertson, Juri Steiner, Maike Steinkamp, Mona de Weerdt, Stefan Zweifel.
Köllefornia informiert: Herausgegeben vom Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Remagen, in Zusammenarbeit mit dem Cabaret Voltaire, Zürich.

Freitag, 5. Februar 2016

Dada

Abbildung: Scheidegger & Spiess

"Dadaglobe Reconstructed", Verlag Scheidegger & Spiess, Herausgegeben vom Kunsthaus Zürich. Mit Beiträgen von Adrian Sudhalter, Michel Sanouillet, Cathérine Hug, Samantha Friedman, Lee Ann Daffner und Karl D. Buchberg. 304 Seiten, 277 farbige und 113 sw Abbildungen, 58,- EUR, ISBN 978-3-85881-499-9    "Dadaglobe" war vom Initiator Tristan Tzara (1896–1963) als die Dada-Anthologie schlechthin gedacht. Geldmangel und organisatorische Schwierigkeiten liessen das Vorhaben jedoch scheitern. Wäre "Dadaglobe" 1921 tatsächlich veröffentlicht worden, hätten die mehr als 100 Kunstwerke und zahlreichen Texte von über 30 Künstlern aus sieben Ländern schon damals gezeigt, dass sich die zu Beginn eher nur regional bekannte Dada-Bewegung innert weniger Jahre zu einer weltweiten Kunstströmung entwickelt hatte.
Mit "Dadaglobe Reconstructed" liegt das faszinierende Gesamtkunstwerk aus Bild und Text nun erstmals vor. Es beinhaltet Kunstwerke, die von den zur Mitwirkung eingeladenen Künstlern in den von Tzara aufgestellten Kategorien «Zeichnung», «Fotografie eines Kunstwerks», «Fotografisches Selbstporträt» und «Buchseitenentwurf» eingereicht wurden. Dazu kommen Gedichte und Prosa, die zahlreiche Künstler darüber hinaus an ihn schickten.
Die nun vorliegende, auf jahrelanger umfassender Forschungsarbeit der amerikanischen Kunsthistorikerin Adrian Sudhalter basierende Zusammenführung dieser Werke wird begleitet von fachkundigen Essays, die Tzaras Konzept sowie die Geschichte von Dada und "Dadaglobe" auf dem neuesten Stand der Forschung mit bahnbrechenden Erkenntnissen darstellen.
Köllefornia kommentiert: Ein wahrer Schatz unter den Dada-Veröffentlichungen. Hier erfährt der Interessent viele Dinge die er noch nicht kennt. 1921 von Tristan Tzara geplant, nun zur Feier des 100-jährigen Dada-Jubiläums 2016 rekonstruiert und erstmals veröffentlicht: die mehrsprachige Anthologie der Dada-Bewegung. Übrigens erscheint dieses umfangreiche Werk zu den gleichnamigen Ausstellungen im Kunsthaus Zürich (5. Februar bis 1. Mai 2016) und im Museum of Modern Art, New York (12. Juni bis 18. September 2016).