Montag, 31. Oktober 2016

Hans Arp, Salvador Dali und Andy Warhol

Abbildungen: Scheidegger & Spiess

Zwei Bücher über drei tolle Künstlerpersönlichkeiten sind im Verlag Scheidegger & Spiess erschienen.

Rudolf Suter. Mit Fotografien von Ernst Scheidegger "Hans Arp - Das Lob der Unvernunft", Scheidegger & Spiess Verlag, 336 Seiten, 69 farbige und 52 sw Abbildungen, 48,- EUR,
ISBN 978-3-85881-502-6    Der 1886 in Strassburg geborene Hans (Jean) Arp entwickelte sich zu einer zentralen Figur der Dada-Bewegung und der europäischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Als er am 7. Juni 1966 starb, hinterliess er ein umfangreiches und vielfältiges Œuvre: Plastiken, Reliefs, Collagen und Gemälde, Radierungen, Zeichnungen und Textilentwürfe sowie aussergewöhnliche, deutsch- und französischsprachige Gedichte und Aufsätze.
Mit diesem Buch stellt Rudolf Suter den vielseitigen Künstler und Dichter in allen Lebens- und Schaffensphasen vor. Vom Frühwerk über Dada und Surrealismus bis zum Spätwerk mit stark christlicher Motivik zeichnet er Arps intellektuellen und künstlerischen Wandel nach und verbindet diesen mit den Lebensstationen und der Zeitgeschichte. Zudem werden das dichterische und das künstlerische Werk erstmals gleich gewichtet und in Beziehung zueinander gesetzt.
Mit zahlreichen Werkabbildungen und Fotografien sowie einer stimmungsvollen, bislang unpublizierten Reportage des Fotografen Ernst Scheidegger (1923–2016), der Hans Arp bei der Arbeit im Atelier beobachten konnte.
Köllefornia informiert: Rudolf Suter (*1955), seit 1998 freier Kunstvermittler und Kunstkritiker. Studium der Kunstgeschichte, Archäologie, Philosophie und Geschichte in Basel und Wien. Promotion mit einer Dissertation über Weltbild und Kunstauffassung im Spätwerk von Hans Arp (2007).


Torsten Otte "Salvador Dalí und Andy Warhol", Scheidegger & Spiess, Text in Englisch, 416 Seiten, 28 farbige und 29 sw Abbildungen, 48,- EUR, ISBN 978-3-85881-774-7    Salvador Dalí (1904–1989) und Andy Warhol (1928–1987) zählen zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Viele Werke des Surrealisten Dalí und des Pop-Art-Künstlers Warhol wurden zu Ikonen der modernen Kunst: für jeden erkennbar und in zahlreichen Variationen vermarktet. Obgleich auf den ersten Blick völlig verschieden, hatten beide doch viele Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel den ausgeprägten Sinn für Publicity und die Vorliebe, sich mit anderen exzentrischen und extravaganten Menschen zu umgeben. Dalí und Warhol machten New York zum Zentrum ihres gesellschaftlichen Lebens, und dort begegneten sie sich laut Zeitzeugen Anfang der Sechzigerjahre auch zum ersten Mal.
Torsten Otte wertete über Jahre umfangreiches Quellenmaterial zu diesen zwei Ausnahmeerscheinungen der Kunstgeschichte aus und sprach mit mehr als 130 Zeitzeugen, u. a. mit Udo Kier, Yoko Ono, Brigid Berlin, Leslie Curtis, Irene Halsman und Nick Rhodes. In dieser ersten umfassenden Zusammensicht erforscht er biografische und werkimmanente Gemeinsamkeiten und erzählt zudem von den zahlreichen Begegnungen der beiden Künstler. Illustriert ist das Buch mit teilweise unveröffentlichtem Bildmaterial.
Mit Fotografien von Jade Albert, David Bailey, Giancarlo Botti, Cecil Beaton, Peter Beard, Robert Descharnes, Nat Finkelstein, Ron Galella, Burt Glinn, Philippe Halsman, Ken Heyman, Lynn Karlin, Roxanne Lowit, Christopher Makos, Oriol Maspons i Casades, David McCabe, Billy Name, Eric Schaal, Harry Shunk & János Kender, Enrique Sabater, Andy Warhol, Paul Weiss und Robert Whitaker.

Montag, 10. Oktober 2016

Kippenberger

Martin Kippenberger
Ohne Titel, 1988
Öl auf Leinwand
240 x 200 cm

In nur zwei Jahrzehnten produzierte Martin Kippenberger (1953–1997) genug Ideen für mehrere Lebenswerke. Frei nach seiner Maxime „Gute Künstler haben niemals Urlaub“ schuf er Gemälde, Skulpturen, Installationen, Fotografien, Zeichnungen, Kataloge, Einladungskarten und Plakate – ein Medium befruchtete das andere, eine Arbeit provozierte die nächste. Die Spanne war gewaltig: von Gemälden, die er durch einen Plakatmaler ausführen ließ, über Inneneinrichtung zum Zweck der Kafka-Interpretation bis zum U-Bahn-Netz, das die ganze Welt verbinden sollte. Oft stand dabei der Künstler selbst im Mittelpunkt, auf seinen vielen Selbstporträts in Picassos Unterhosen oder als Schiffbrüchiger auf dem Floß der Medusa, und durch seine exzessive Persönlichkeit, die sein Werk zu Lebzeiten manchmal in den Hintergrund drängte. Erst nach seinem Tod wurde die Wichtigkeit seines künstlerischen Beitrags für eine Zeit erkannt, in der alles schon gesagt schien. Große Retrospektiven der letzten Jahren in New York, Los Angeles und Berlin bezeugen seinen bleibenden Einfluss.
Mit dieser Publikation wird TASCHENs klassische Kippenberger-Monografie wiederaufgelegt, die erstmals 1991 in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstand, und dann im Todesjahr 1997 mit einen Essay von Roberto Ohrt als definitives Stück Zeitgeschichte vervollständigt wurde. Das Buch dokumentiert Kippenbergers Werk in 400 Illustrationen, von den frühen Jahren in seinem Berliner Büro bis zu seinen posthum realisierten Arbeiten für die documenta X in Kassel und die Skulptur Projekte in Münster. Der Anhang wurde um die wichtigsten Ausstellungen und seither erschienen Publikationen aktualisiert.
Köllefornia informiert: Die beiden Herausgeber dieses Werkes sind der Kunsthistoriker Burkhard Riemschneider und Angelika Taschen. Burkhard Riemschneider ist Galerist in Berlin und verfasste verschiedene Monografien über Künstler der Gegenwart. Angelika Taschen studierte Kunstgeschichte und Germanistik in Heidelberg, wo sie 1986 promovierte. Von 1987 bis 2010 war sie für TASCHEN tätig und hat in dieser Zeit zahlreiche Titel zu den Themen Kunst, Architektur, Fotografie, Design, Reise und Lifestyle veröffentlicht.