Samstag, 29. April 2017

Köllefornia empfiehlt: Galerie DD 55

Einladungskarte und Galerist Dezsö Dudas (Fotos: Lydia Tress)

Köln ist wieder auf einem guten Weg zu einer viel beachteten Kunststadt. Dafür sprechen etliche Eigeninitiativen, Galerien, Kunstmessen und das Angebot einer breit gefächerten Kunstszene. Unter diesen Aspekten sollten Interessierte einmal die Galerie DD 55 in der Kölner Mevissenstr. 16/03 besuchen.    www.dd55.gallery

Donnerstag, 27. April 2017

Was verborgen bleiben sollte

Abbildung: Edition M

Alexander Hartung "Was verborgen bleiben sollte", Edition M, 286 Seiten, 9,99 EUR, ISBN 161-2185-08-8    Ausgerechnet Kripochef Bergman gerät in einem Schmuckgeschäft in einen bewaffneten Überfall mit Geiselnahme. Dass es sich um keinen normalen Raub handelt, wird schnell deutlich, denn die Täter ignorieren das Geld in der Kasse und brechen stattdessen die Wände im Keller auf.
Da die Verbrecher Verbindungen zur Polizei zu haben scheinen, kontaktiert Bergman heimlich nur Kommissar Jan Tommen und bringt sich damit selbst in Gefahr. Jan versucht mit seinen Teamkollegen Chandu, Max und Zoe die Geiselnahme zu beenden. Doch der Überfall ist nur der Beginn einer Verbrechensserie, die selbst Kommissar Tommen an seine Grenzen bringen wird.
Köllefornia informiert: Alexander Hartung wurde 1970 in Mannheim geboren. Schon während seines Volkswirtschaftsstudiums begann er mit dem Schreiben und entdeckte seine Liebe zu Krimis. Mit den ersten vier Bänden der Jan Tommen-Serie eroberte er die Kindle-Bestsellerliste. Nach seinem ganz anders angelegten Thriller "Ich werde nicht ruhen" liefert er mit "Was verborgen bleiben sollte" (Band 5) neuen Stoff für Fans der Reihe.

Neue Buchtitel bei Bastei Lübbe

Abbildungen: Bastei Lübbe

Andrea Camilleri "Die Spur des Lichts", Lübbe Verlag, 269 Seiten, 20,- EUR, ISBN 978-3-7857-2586-3    Das beschauliche Städtchen Vigàta auf Sizilien ist in Aufruhr, und ein Besuch des Innenministers steht bevor. Für Commissario Montalbano ein guter Grund, sich an diesem Tag zurückzuziehen und eine Vernissage zu besuchen. Die schöne Galeristin Marian ist mindestens so reizvoll wie die Exponate – und sie gibt Montalbano diverse Rätsel auf. Wie auch der Überfall auf die Ehefrau eines vermögenden Vigàteser Kaufmanns, der einen mysteriösen Mord nach sich zieht. Als seine Dauerverlobte Livia ihm schließlich ein unerwartetes Geständnis macht, muss Montalbano eine weitreichende Entscheidung treffen.
Köllefornia informiert: Andrea Camilleri ist der erfolgreichste zeitgenössische Autor Italiens und begeistert mit seinem vielfach ausgezeichneten Werk ein Millionenpublikum. Ob er seine Leser mit seinem unwiderstehlichen Helden Salvo Montalbano in den Bann zieht, ihnen mit kulinarischen Köstlichkeiten den Mund wässrig macht oder ihnen unvergessliche Einblicke in die mediterrane Seele gewährt: Dem Charme der Welt Camilleris vermag sich niemand zu entziehen.

Lars Kepler "Hasenjagd", Lübbe Verlag, 650 Seiten, 22,- EUR, ISBN 978-3-431-03958-0    Stockholm. In einem wohlhabenden Viertel geschieht ein bestialischer Mord. Die Polizei ist gleich vor Ort, hält den Fall jedoch geheim. Sie kontaktiert Joona Linna, der momentan seine Gefängnisstrafe absitzt. Bei einem geheimen Treffen bittet man ihn, die Mörderjagd aus dem Gefängnis heraus zu leiten. Als er merkt, dass man ihm Fakten vorenthält, ist es bereits zu spät. Er ist schon zu sehr in den Fall verwickelt, um auszusteigen. Von nun an ist er auf sich gestellt – und eine für ihn lebensgefährliche Jagd beginnt.
Köllefornia informiert: Lars Kepler ist das Pseudonym der Eheleute Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril. Jeder für sich hat bereits erfolgreich eigene Romane veröffentlicht, bis sie sich entschieden haben ihre ganze Energie und Kreativität in ein gemeinsames Schreibprojekt zu stecken. Der Hypnotiseur, ihr Krimidebüt, war sensationell erfolgreich und wurde in über 30 Sprachen übersetzt. Die folgenden Kriminalromane mit dem Ermittler Joona Linna (Paganinis Fluch, Flammenkinder, Der Sandmann und Ich jage Dich) setzten die Erfolgsgeschichte fort und standen allesamt auf Platz 1 der schwedischen Bestsellerliste. Allein in Schweden sind inzwischen über zwei Millionen Bücher des Autorenpaars verkauft. 2012 wurde Der Hypnotiseur von Lasse Hallström für das internationale Kino verfilmt.
Das Pseudonym Lars Kepler ist eine Hommage an zwei bekannte Persönlichkeiten. Der Vorname Lars wurde zu Ehren des Bestseller-Autors Stieg Larsson gewählt, während der Nachname Bezug auf den deutschen Wissenschaftler Johannes Kepler nimmt.

Rainer Löffler "Der Näher", Bastei Lübbe, 463 Seiten, 12,- EUR, ISBN 978-3-404-17454-6     In der Nähe von Köln verschwinden zwei schwangere Frauen. Martin Abel, Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, übernimmt die Ermittlungen. Kurz darauf werden die Leichen einer Mutter und ihres Kindes in einem unterirdischen Hohlraum entdeckt. Es handelt sich um eine Frau, die vor Jahren verschwunden ist. Dann taucht eine der beiden vermissten Frauen wieder auf und gibt erste Hinweise auf den Täter. Martin Abel muss sich in eine Welt zerstörerischer Fantasien hineindenken. Denn der Mörder tötet nicht nur, sondern platziert etwas im Körper der Toten ...
Der dritte Band aus Rainer Löfflers fesselnder Thriller-Reihe um den Fallanalytiker Martin Abel.
Köllefornia informiert: Rainer Löffler, geb. 1961 und im "Hauptberuf" technischer Kaufmann, begann mit dem Schreiben beim deutschen MAD-Magazin unter Herbert Feuerstein. Danach folgten einige erfolgreiche Science-Fiction-Romane für die Serien Atlan und Perry Rhodan. Gleich sein erster Thriller Blutsommer landete auf Platz 12 der Spiegel-Bestsellerliste. Der Näher ist sein dritter Thriller um den Fallanalytiker Martin Abel. Rainer Löffler lebt mit seiner Frau und drei Kindern in der Nähe von Stuttgart.

Michael Kardos "Bevor du mich findest", Bastei Lübbe, 399 Seiten, 10,- EUR, ISBN: 978-3-404-17513-0    Melanie war noch nie auf einer Party, ist noch nie geflogen, hat noch nie das Meer gesehen. Als sie drei Jahre alt war, ermordete ihr Vater ihre Mutter und wurde bis heute nicht gefasst. Seitdem lebt sie im Zeugenschutzprogramm, von der Außenwelt isoliert und immer in der Angst, dass er sie aufspürt. Doch sie will so nicht mehr leben. Um endlich frei zu sein, fasst sie einen gefährlichen Entschluss: Wenn ihr Vater sie nicht findet, dann muss sie ihn eben zuerst finden …
Ein faszinierender psychologischer Thriller, in dem nichts ist, wie es scheint.
Köllefornia informiert: Michael Kardos ist an der New-Jersey-Küste aufgewachsen. Zunächst widmete er sich seiner ersten Liebe: Er studierte Musik und spielte jahrelang professionell Schlagzeug. Doch er hat auch schon früh eine Leidenschaft fürs Schreiben entwickelt und hängte seinem Musikabschluss auch noch ein Studium im Kreativen Schreiben an. Wenn er nicht gerade selbst Geschichten erfindet, arbeitet er als Lehrbeauftragter für Englisch und als Kodirektor des Creative Writing Programs an der Mississippi State University.

Mittwoch, 26. April 2017

FAR OFF - neue Kunstmesse in Köln

Ein Highlight der FAR OFF: Das Projekt LOVE PRO TOTO. Foto: Volker Hildebrandt

FAR OFF Messe für Gegenwartskunst, 27. April bis 30. April Marienstrasse, 50825 Köln, Eingang Venloer Str. 476 / Ecke Leyendecker Straße, U-Bahn: Leyendecker Straße Internet: http://faroff.de/

Open / Öffnungszeiten:
Donnerstag, 27.4. 16 - 20 Uhr Private View
20 - 23 Uhr Eröffnung
Freitag, 28.4. 16 - 23 Uhr
Samstag, 29.4. 16 - 23 Uhr
Sonntag, 30.4. 15 - 20 Uhr

FAR OFF ist die junge Kunstmesse für zeitgenössische Kunst, Installation, zeitbasierte Medien, Performance und Sound Art in Köln. Es ist auch der Treffpunkt für Künstler, Kuratoren, Sammler und ein interessiertes Publikum. FAR OFF präsentiert rund 20 Galerien und Projekträume und ein umfangreiches Rahmenprogramm, mit Black Box, Bühne und einer Ausstellungsfläche für eine Gruppenausstellung.

Die Veranstaltung findet in einer alten Aufzugfabrik in der Marienstraße, Köln Ehrenfeld statt. Wir konzentrieren uns darauf, junge, inspirierende und professionell arbeitende Künstler zusammen mit den teilnehmenden Galerien und Kunsträumen zu zeigen.

Ebenfalls sehr zu empfehlen, das bei FAR OFF vorgestellte Projekt LOVE PRO TOTO von Volker Hildebrandt: https://www.loveprototo.com/

Mittwoch, 12. April 2017

John Grisham: Bestechung

Abbildung: Heyne

John Grisham "Bestechung", Heyne Verlag, 448 Seiten, 22,99 EUR, ISBN 978-3-453-27033-6    Wir erwarten von unseren Richtern, dass sie ehrlich und weise handeln. Ihre Integrität und Neutralität sind das Fundament, auf dem unser Rechtssystem ruht. Wir vertrauen darauf, dass sie für faire Prozesse sorgen, Verbrecher bestrafen und eine geordnete Gerichtsbarkeit garantieren. Doch was passiert, wenn sich ein Richter bestechen lässt? Lacy Stoltz, Anwältin bei der Rechtsaufsichtsbehörde in Florida, wird mit einem Fall richterlichen Fehlverhaltens konfrontiert, der jede Vorstellungskraft übersteigt. Ein Richter soll über viele Jahre hinweg Bestechungsgelder in schier unglaublicher Höhe angenommen haben. Lacy Stoltz will dem ein Ende setzen und nimmt die Ermittlungen auf. Eins wird schnell klar: Dieser Fall ist hochgefährlich. Doch Lacy Stoltz ahnt nicht, dass er auch tödlich enden könnte.
Köllefornia informiert: John Grisham hat 30 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sechs Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.

Die Grausamen

Abbildung: Droemer

John Katzenbach "Die Grausamen", Droemer Verlag, 576 Seiten, 16,99 EUR, ISBN 978-3-426-30603-1    Eigentlich sollte es nur ein kurzer Weg sein. Wie immer. Unzählige Male schon ist die dreizehnjährige Tessa Gibson in dem noblen Vorort, in dem sie lebt, von ihrer besten Freundin nach Hause gelaufen. Doch in dieser Herbstnacht kommt sie dort nicht an, verschwindet spurlos, wie vom Erdboden verschluckt. Die Stadt ist schockiert, Angst breitet sich aus, Tessas Familie zerbricht – der Fall wird nie aufgeklärt. Zwanzig Jahre später werden zwei abgehalfterte Ermittler auf den Fall angesetzt. Gabriel („Gabe") ist Alkoholiker, traumatisiert von einer Familientragödie. Marta, eine ehemalige Drogenfahnderin, hat bei der Verfolgung eines Dealers versehentlich ihren Partner erschossen. Die beiden stoßen auf eine bislang unentdeckte Spur: Kurz nach Tessas Verschwinden ereigneten sich vier brutale Morde an jungen Männern, und offenbar besteht eine Verbindung zwischen diesen Verbrechen. Bei ihren Nachforschungen wird schnell klar, dass die Polizeiführung keinerlei Interesse an der Wahrheit hat. Wer nachbohrt, spielt mit seinem Leben. Und das gilt nicht zuletzt für Gabe and Marta.
Köllefornia informiert: John Katzenbach, geboren 1950, war ursprünglich Gerichtsreporter für den Miami Herald und die Miami News. Bei Droemer Knaur sind inzwischen zahlreiche Kriminalromane von ihm erschienen, darunter die Bestseller "Die Anstalt", "Der Patient", "Der Professor" und "Der Psychiater". Zweimal war Katzenbach für den Edgar Award nominiert. Er lebt mit seiner Familie in Amherst im Westen des US-Bundesstaates Massachusetts.

Des Menschen Wolf

Abbildung: Tropen

Apostolos Doxiadis "Des Menschen Wolf", Tropen Verlag, 320 Seiten, 22,- EUR, ISBN 978-3-608-50157-5    Al, Nick und Leo Frank sind sich keiner Schuld bewusst. Doch der vom Tode gezeichnete Mafiaboss nimmt seine Rache ernst: Er setzt einen Profikiller auf die drei Brüder an, der sie umbringen soll, sobald sie 42 Jahre alt sind. Während Al sich durch Reichtum zu schützen sucht, flüchtet Nick in den Glamour von Hollywood, um sich unverwundbar zu machen. Nur der jüngste Bruder Leo ist noch zu klein, um von dem Fluch zu erfahren, und führt zunächst ein unbeschwertes Leben. Aber auch für den Profikiller stellt sich die Frage, wie er leben soll, bis seine Opfer ihr entsprechendes Alter erreicht haben.
Köllefornia informiert: Apostolos Doxiadis, geboren 1953 in Brisbane, wuchs in Griechenland auf und begann im Alter von 15 Jahren an der Columbia University in New York Mathematik zu studieren. Nach dem Studium kehrte er nach Griechenland zurück und arbeitet seither als Autor, Filmemacher und Theaterregisseur. Seine Graphic Novel LOGICOMIX über die Geschichte der modernen Logik wurde mit zahlreichen Preisen bedacht und war ein Nr.1-New-York-Times-Graphic-Books-Bestseller. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Athen.

Textile Materia­lien in der zeitge­nös­si­schen Kunst

Titel: "Anna Blume", Mixed Media, 2016, 4-teilig, ca. 120 x 100 cm

Eigentlich habe ich mich nie für textile Kunst interessiert, wenn ich mir das so recht überlege. Klar sind mir Arbeiten berühmter Künstler begegnet, die sich bei der einen oder anderen Arbeit mit Stoff beschäftigten. Darunter war ein riesiger gestrickter Pullover von Erwin Wurm, der eine große Wand in einem Bonner Museum bedeckte. Ein realistisches gestricktes Buffet, das so echt aussah, das ich fast zugebissen hätte, begegnete mir in der Villa Zanders, Bergisch Gladbach. Aber das sich ein Künstler ausschließlich mit diesem Material beschäftigt, wurde mir erst richtig bewusst, als ich die Werke von Martina Unterharnscheidt entdeckte.

In der beschaulichen Eifel, im kleinen Örtchen Effelsberg, lebt und arbeitet die begnadete bildende Künstlerin, die sich hauptsächlich dem Textil als Gestaltungsmittel widmet. Sie macht in einem eigenen Ausstellungsraum permanente Ausstellungen und fertigt in ihrem Atelier ihre weichen soften genähten Objekte.


"Ich muss noch Kuchen backen", Mixed Media - Stoff, Acryl, Wachs, 2017

Dass Martina Unterharnscheidt sich diesem Material und nicht dem traditionellen Tafelbild verschrieben hat, ist wohl der Tatsache gezollt, dass die Vollblutkünstlerin voll in ihrem Element ist, wenn es um die unterschiedlichsten Stoffe geht. Sie verändert sie, zerreißt, schneidet, näht oder verknotet sie zu völligen neuen Sinnerlebnissen. Es liegt ihr im Blut, wenn sie sich wie eine abstrakte Malerin mit Farbe, selbst mit Knöpfen, Bändern und das Färben beschäftigt. Unterharnscheidt liefert neue Ideen aus alten sowie neuen Materialien. Aus getragenen Kleidern und bunten Stoffen entstehen Kunstwerke, die dem Betrachter viel Neues offenbaren.

Die offene Art und Kontaktfreudigkeit zu ihren Mitmenschen, ihre Neugierde andere Länder zu erforschen, ihr handwerkliches Können machen sie zu einer interessanten Künstlerin. Wenn andere Artisten nur sporadisch zu Stoffliches greifen, legt sie mittlerweile ein riesiges Konvolut der verschiedensten Schaffensphasen vor. Eine stoffvernarrte kreative Frau eben, die dem Kunstbetrachter andere als die üblichen Sehweisen abverlangt. Lassen Sie sich unbedingt darauf ein, es lohnt sich allemal. Es sind Stoffe, aus denen Martinas Träume wahr werden. 

                                    (Text: H.T., Fotos: Dr. Martin Woerner)

Mehr Informationen finden Sie auf ihrer Homepage: www.martina.unterharnscheidt.com

Das neue Album des US-Amerikaners Trevor Anderies - Samsara

Abbildung: Personality Records

Trevor Anderies "Samsara", Personality Records    Mit Samsara ist ein äußert intensives und gehaltvolles Jazzalbum entstanden. Nicht nur durch die internationalität der musikalischen Akteure auch durch das starke inhaltliche Thema zeigt sich hier eine Produktion auf dem absoluten Sate of the Art. Trevor Anderies und sein europäisches Quartett brillieren auf dem Jazzparkett und versuchen somit auch auf dem europäischen Musikmarkt Fuß zu fassen.

Samsara – Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff „beständiges Wandern“ und bezeichnet hierbei den immerwährenden Zyklus des Seins. Den Kreislauf von Leben und Tot, Wiedergeburt bzw. Reinkarnation. Eine Glaubensweise, welche tief im Hinduismus und Budismus verankert ist. Es sind Fragen mit welchen sich jeder Mensch auseinandersetzt, Glaubenssätze die auf Erfahrungen und Erlebnisse im eigenen Leben zurück zu führen sind und somit jedes Lebewesen betreffen. Egal ob Mensch, Tier oder Pflanze, der Samsara Kreislauf begleitet uns alltäglich.

Der im US-amerikanischen Los Angeles lebende Drummer und Komponist Trevor Anderies wuchs mit den Lehren des Buddhismus auf und verarbeitet diese auch musikalisch in seinen Werken. „In meiner Musik geht es darum sich mit der Welt zu erden, außerhalb von Zeit und Raum. Zum einen das Bewusstsein über die gemeinsame Verbindung mit der gesamten Umwelt, zum anderen die besonderen Erfahrungen im Laufe des Lebens, sowie der Schönheit, Einzigartigkeit und dem Wert eines jeden Lebewesens“, beschreibt er selbst.


Gemeinsam mit seinem europäischen Quartett zeigt die Formation auf dem neuen Album Samsara wie international und zeitgenössisch das uralte Thema von Leben und Tot verarbeitet werden kann. Es beginnt eine mystisch- musikalische Reise in das Unerwartet, wobei Anderies als Bandleader immer wieder mit schönen Solis heraussticht, seinen Kollegen aber niemals den Raum zur freien musikalischen Entfaltung streitig macht. Eine Mischung aus klassischem Jazz, freier Improvisation, Rock und World Music und ebenso ein Beweis für die Qualität des amerikanischen Jazz im 21. Jahrhundert. Jeder seiner Bandkollegen ist selbst Bandleader und kann auf langjährige Erfahrung zurückblicken. Der deutsche Johannes Müller am Saxophon, welcher selbst erst vor kurzem auf personality records released hat, Christian Pabst aus den Niederlanden am Piano und Gautier Laurent aus Frankreich am Bass. Ein musikalisches Projekt wie es internationaler nicht sein könnte.


Auch in jedem der neun Tracks setzt sich Anderies mit dem übergeordneten Thema Samsara auseinander. Es geht um Einflüsse und Wegbegleiter die den Drummer geprägt haben oder Fragen mit denen er sich schon oftmals auseinander setzten musste. Der Eröffnungstrack Romaine’s Hang ist eine Hommage an den alten Schlagzeuglehrer von Anderies. Sein großer Mentor und guter Freund. Mit Loss Of A Tooth spielt er auf die Banalität eines verlorenen Zahnes an, was aber als übergeordneter Gedanke verstanden werden soll, welcher den Kreislauf des Lebens symbolisiert. Zealot greift einen unangenehmen Aspekt des Lebens auf. Menschen die glauben nur deren Sichtweise auf die Welt wäre die optimale, müssen lernen durch einen positiven Dialog auch andere Glaubenssätze zuzulassen. Scolastica ist ein Begriff aus der Novelle Finnegans Wake von James Joyce. Ein Buch ohne Anfang und Ende, welches ein ähnliches Gefühl wie Samsara schafft. Mit Broken Shadows und I Mean You präsentiert der Bandleader ebenfalls zwei Hommagen eine Musiker die eine wichtige Rolle in seinem Leben spielten. Der französische Titel Vous Etes Swing beschreibt die Lebensfreunde, das Lachen und die Liebe mit welcher alle Entscheidungen im Leben getroffen werden sollten. Ein Gedicht des Philosophen Rumi aus dem 13. Jahrhundert liefert die Vorlage zu A Stone I Died. Ein schöner Abschluss und weitere Grundsatz des Gelehrten Nichiren: Auf jeden Winter folgt ein Frühling, in jedem Jahr und niemals wird der Herbst auf den Winter folgen.

Thomas Siffling und seine neue CD "Flow"

Abbildung: JAZZNARTS RECORDS

JAZZNARTS RECORDS präsentiert "Flow" von Thomas Siffling.    Nach Siegbert A. Warwitz ist das „Urbild des Menschen im Flow [...] das spielende Kind, das sich im glückseligen Zustand des Bei-sich-Seins befindet“. Weiter gefasst entspricht dies einem Zustand der völligen aber auch mühelosen Konzentration. Vor allem Musiker kennen dieses Flow-Gefühl, ein tiefes Eintauchen, gar Hineinfallen in die eigene Kunst, den Rhythmus und die Klangwelt. Es entstehen Energie, Ekstase und eine neue musikalische Ebene der Wahrnehmung und Verarbeitung. Dies geschieht weder auf eine anstrengende noch bedrückende Art und Weise, es geschieht spiele-risch, in einem Fluss, als ob es natürlicher nicht sein könnte. Der Künstler spielt und nähert sich somit im absoluten bzw. sogar kindlichen Ursprung an das Menschsein. Schon Friedrich Schiller sagte einst: „[...] der Mensch spielt nur, wo er in voller Be-deutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ So ent-stehen sowohl für den Künstler als auch für den Zuhörer teilweise außergewöhnliche und magische Momente der Musik.

Auch Thomas Siffling ist sich über den Zustand des Flows vollkommen bewusst. Der Trompeter aus Mannheim weiß sich beim Musizieren mit Leichtigkeit in diesen trance-ähnlichen Zustand zu versetzen. Er schließt die Augen, alles um ihn herum versinkt in Stille und seine ganz eigene und völlig offene Reise in die Welt der Musik beginnt. Der Geist, das Instrument, die Melodie und der Ausdruck zerfließen ineinander während der Flow einsetzt.

Eine Thematik die den Künstler bei dem kreativen Entstehungsprozess zu seinem neuesten Album stets beschäftigt hat. Ziel war es Musik zu schreiben und zu produzie-ren welche horizontal-sphärisch, entschleunigend im Aufbau, mit Grooves unterlegt und Melodien verziert zum Eintauchen einlädt und somit ein ungeheures Maß an Ener-gie freisetzen kann. So beschreibt es Thomas Siffling: „Eine der größeren Herausfor-derung war es, eine gesunde Mischung aus Jazz-Kredibiltät aber auch Mainstream/Elektronik-Aspekten zu schaffen.“

Als finales Resultat dieser Arbeit erscheint am 21. April 2017 das neue Album von Thomas Siffling – Flow bei dem Mannheimer Label JAZZNARTS RECORDS als ers-te Auskopplung der neuen eSeries. Mit der neuen Serie beweist das Label abermals dessen moderne Ausrichtung und orientiert sich somit an großen, europäischen Vor-bildern. Jazz gilt schon immer als unkonventionelles und sich stetes neuerfindendes Genre. Bei den JAZZNARTS RECORDS eSeries finden Produktionen mit einer Kombina-tion aus Jazz und elektronischen Klangbildern platz.

Nach 15 erfolgreichen Trio-Jahren erscheint der Trompeter auf seiner neuesten Pro-duktion mit völlig neuer Quintett-Besetzung, einem modern-unkonventionell-nordisch-elektronischen Soundbild, aber der genauso gewohnt-selbstverständlichen, trompete-rischen Brillanz und Klarheit. Das bisher in seinem Trio fehlende Harmonie-Instrument wurde nun durch gleich zwei sehr stark den aktuellen Sound prägende Instrumente ergänzt. „Schon bei den ersten Proben spürte ich diese großartige Klangwolke die mich in die luxuriöse Situation brachte, mit einem größeren, musikalischen Freiraum arbeiten zu können. Keine Triozwänge die eine stetige Bereitschaft zur Präsenz vo-raussetzten. Ein sehr schönes und neues Gefühl“, so Siffling selbst.

Seinem bisherigen Credo bleibt der Trompeter aber auch bei dem neuesten Werk treu: Es soll nachvollziehbarer Jazz entstehen. Sowohl die Jazzliebhaber als auch die gelegentlichen Musikkonsumenten haben die Möglichkeit etwas zu entdecken. Sei es ein einfaches mitwippen, beiläufiges Zuhören oder gar das vollkommene fallenlassen in der Musik und somit da Erreichen des völligen Bei-sich-seins, alles ist möglich.

Seine musikalischen Mitstreiter sind keineswegs Unbekannte in der internationalen Musik- und Jazz-Szene. Zum einen Alex Gunia an der Gitarre und dem Sounddesign. Der gebürtige Kölner sorgte u.a. mit seiner Jazz-Rock-Band Matalex national und in-ternational für Aufsehen. Zwischen 2007 und 2012 lebte, lehrte und arbeitet er in Oslo und ist somit für Siffling eine wichtige Referenzperson in Bezug auf den neuen Bandsound. Konrad Hinsken ist der jüngste im Flow-Quintett. Der Pianist und Hochschul-dozent arbeitet neben dem Nationaltheater Mannheim auch für einige TV-Formate, unter anderem mit Xavier Naidoo. Am Bass findet sich Dirk Blümlein, Teil der deut-schen Kult-Brit-Pop-Band Fools Garden und schon unzählige Jahre in ganz Europa tätig, ein langer Weggefährte und Freund Sifflings. Zu guter Letzt noch Christian Huber am Schlagzeug, einer der gefragtesten Musiker des Rhein-Neckar-Deltas und absolu-ter Garant für groovende und innovative Drum-Sounds, sowohl auf der akustischen als auch auf der elektronischen Ebene. Nach etlichen Probesessions wurde so die absolute Wunschbesetzung für den Bandleader zusammengestellt.

Entstanden ist ein Album welches einer geheimnisvollen und verwobenen Aura ähnelt. Ein zeitgemäßer Jazz welcher auch fernab des klassischen Publikums, unserer Meinung nach, Gehör finden wird. Flow führt nicht nur die interpretierenden Musiker in einen besonderen Zustand, nein, dies kann auch mit dem Zuhörer geschehen. Eine musikalische Erfahrung wie sie spannender nicht sein könnte. Genießen Sie das persönliche Entdecken des Flow-Gefühls und viel Vergnügen mit der neuesten JAZZNARTS RECORDS eSeries.

Donnerstag, 6. April 2017

Zwei Buchtipps von dtv

Abbildungen: dtv

Dora Heldt "Böse Leute", dtv, 464 Seiten, 9,95 EUR, ISBN 978-3423-21677-7    Sylt wird von einer mysteriösen Einbruchserie erschüttert: Nicht die millionenschweren Luxusvillen werden überfallen, sondern die Häuser älterer, alleinstehender Frauen. Die Polizei ist ratlos. Ex-Hauptkommissar Karl Sönnigsen will den ehemaligen Kollegen unter die Arme greifen – und zwar auf seine ganz eigene Art: Mit Freund Onno, Strohwitwe Charlotte und seiner langjährigen Bekannten Inge stellt Karl ein mit allen Wassern gewaschenes Ermittlerteam auf die Beine.
Köllefornia informiert: Dora Heldt, 1961 auf Sylt geboren, ist gelernte Buchhändlerin und lebt heute in Hamburg. Mit ihren Romanen führt sie seit Jahren die Bestsellerlisten an, die Bücher werden regelmäßig verfilmt.
 

Anja Goerz "Wenn ich dich hole", dtv, 272 Seiten, 14,90 EUR, ISBN 978-3-423-26147-0    Wegen eines Unwetters sitzt Bendix Steensen in Heathrow fest. In immer kürzeren Abständen erhält er Anrufe seines neunjährigen Sohnes Lewe, die allmählich panisch klingen: Seit Stunden sind Mama und Oma nun schon fort, am Handy meldet sich niemand, er hat Angst, in dem abgelegenen Haus in Niebüll nicht mehr allein zu sein. Bendix alarmiert die örtliche Polizei. Doch obwohl diese nichts Verdächtiges feststellt, versucht er alles, um auf schnellstem Weg nach Nordfriesland zu kommen. Eine schier endlose Reise, zusätzlich erschwert durch Schnee und Sturm. Derweil haben seine Frau und Mutter einen ganz anderen Kampf zu kämpfen. Und Lewe ist tatsächlich nicht mehr allein.
Köllefornia informiert: Anja Goerz, geboren 1968, ist gelernte Fotografin und seit 1989 Radiomoderatorin. Sie ist auf dem nordfriesischen Festland nahe Sylt aufgewachsen. Heute arbeitet sie beim Radiosender radioeins/rbb und beim Nordwestradio Bremen. Sie lebt mit Mann und Sohn in Falkensee bei Berlin.

Dienstag, 4. April 2017

Kunst und Scham

Jamie Isenstein, The Eyehole, 2006, 18 x 6 x 5 cm, Courtesy the artist and Meyer Riegger, © Jamie Isenstein

"Die innere Haut - Kunst und Scham", eine Ausstellung bis zum 4. Juni 2017 Marta Herford    Scham ist eine im Körper verankerte Emotion, die durch bestimmte Reize ausgelöst wird. Sie kann körperliche Reaktionen wie die Errötung der Haut, Zittern oder Herzklopfen hervorrufen. Wann und warum man sich schämt, ist individuell verschieden und hängt stark vom sozialen Umfeld ab. Das Alter und Geschlecht, die Erziehung, Normvorstellungen, der kulturelle Hintergrund sowie individuelle Erfahrungen sind Faktoren, die dieses Gefühl beeinflussen.

Auf sinnliche, berührende und humorvolle Weise gliedern sich die überwiegend zeitgenössischen Werke in vier Themengebiete. In der Eingangsgalerie gerät zunächst der Besucher in den Fokus. Ein aufgestellter großer Spiegel zwingt ihn zur Selbstwahrnehmung. Schäme ich mich für das, was ich sehe oder bin ich fasziniert? Eine entscheidende Frage, die durchweg in allen Räumen der Ausstellung neu gestellt werden kann. Um den Umgang mit schambesetzten Situationen, aber auch um die Befreiung aus gesellschaftlichen Zwängen, geht es in der Installation „Four participants and various scenarios of a shameful situation” von Eva Kotátková. Marionetten werden auf einem bühnenartigen Podest regelmäßig während der Ausstellungslaufzeit von einer Puppenspielerin inszeniert. Die Figuren handeln miteinander und schaffen soziale Konstellationen, die einem Skript folgen, auf das auch der Besucher in einem festgelegten Rahmen Einfluss nehmen kann.

Mit Albrecht Dürers „Adam und Eva“ verweist die Ausstellung auf die lange Darstellungstradition von Scham in der Kunst. Die Vertreibung aus dem Garten Eden markiert das Ende des paradiesischen Naturzustandes. Ein ähnlicher Umbruch ist die Pubertät: Hier setzt man sich nochmal intensiv mit seiner Identität auseinander und das Schamhafte gerät ins tiefere Bewusstsein. Auf den Fotografien von Rineke Dijkstra wirken die Jugendlichen unsicher und fühlen sich sichtlich beobachtet. Bruce Gilden hingegen zeigt mit seinen überdimensionierten Porträts „Jamie“ und „Julie“ genau das, was man eigentlich zu dieser Zeit zu verstecken versucht: die von hormonellen Veränderungen gezeichneten Gesichter. Bei Michaël Borremans‘ „The Unicorn“ verwandelt sich der Besucher ungewollt in eine Art Voyeur, der von der Scham Anderer unterhalten wird. Beinah exhibitionistische Züge trägt das „Selbstporträt als Kind“ von Clemens Krauss. Der Künstler spielt auf seine eigene Häutung an, indem er seine jugendliche Haut mit Silikon und Echthaar hyperrealistisch nachbildete.

Das Gefühl von Scham entsteht auch dann, wenn in die Intim- und Privatsphäre eingriffen wird. Jamie Isensteins Blick in ein Schlüsselloch spielt mit der Neugier des Menschen, die Geheimnisse des Anderen zu lüften. Mit seiner Performance „En somme“ (Im Schlaf) Nr. 44 offenbart Virgile Novarina den intimen Moment des Schlafens und Träumens. Mit einer von ihm entwickelten Technik kann er währenddessen in eine Wachphase wechseln und in kürzester Zeit Wahrnehmungen notieren, die im Tiefschlaf auftreten. Eine andere Form von Offenbarung wird in der Fotografie „Vivienne Westwood, No. 1, London“ von Juergen Teller sichtbar. In Anlehnung an Édouard Manets skandalträchtige „Olympia“ präsentiert er die Modeschöpferin völlig unverhüllt und in selbstbewusster Pose. Zutiefst bewegend ist das Werk „MARE NOSTRUM“ (Unser Meer) der documenta-Künstlerin Miriam Cahn, das auf die aktuelle Flüchtlingssituation im Mittelmeer Bezug nimmt. Verhüllt, aber gleichzeitig entblößt, zeigen sich hier die blassen, menschlichen Körper.


Im nächsten Raum erfüllt sich der Wunsch nach dem Blick hinter die Kulissen: Auf einer großen Leinwand wird der Film „Deep Gold“ (Tiefes Gold) von Julian Rosefeldt präsentiert. Hier bewegt sich der Protagonist wie in einem Traum durch das Berlin der 1920er Jahre.

Gesellschaftliche Akzeptanz definiert sich über die Einhaltung bestimmter Normen. Abweichung im Sexualleben, im äußeren Erscheinungsbild durch Alter, Krankheit, Herkunft oder Armut sind oftmals schambesetzt. Während Ulf Aminde mit der privaten Dia-Show „Lust“ das zurückgezogene und scheinbar verwahrloste Leben seiner Cousine erzählt, pointiert eine Fotografie des exzentrischen Designers und Künstlers Leigh Bowery die Geschlechtergrenzen und das gängige Schönheitsideal. Berlinde de Bruyckere „versteckt“ ihre Skulptur unter mehreren Decken vor den Augen des Betrachters. Die Szene wirkt humorvoll und beklemmend zugleich.

Vor allem in den 1960er Jahren setzen sich KünstlerInnen mit den gesellschaftlichen Normen sowie mit der Konstruktion von Geschlecht und Sexualität auseinander. Mit der Übertretung dieser Schamgrenzen befreien sie sich von bestehenden Zwängen. Dass neben der Provokation vor allem Humor der treibende Faktor ist, um den empfundenen Beschämungen etwas entgegenzusetzen, zeigt hier u.a. die Künstlerin Sarah Lucas: Die funktionstüchtige Toilette mit dem Titel „The great Flood“ (Die Sintflut) zieht den intimen Klogang in die Öffentlichkeit. Mit „Hair“ und „Sperm“ schuf Gary Schneider ein genetisches und zugleich sehr intimes Selbstporträt: Mit Mikroskopen und anderen bildgebenden Verfahren vergrößerte der Künstler diese Körperbestandteile um ein Vielfaches. Die einst vom Spiegel als „Queen of Schamlos“ betitelte Künstlerin Tracey Emin lässt durch ihre Lichtinstallation „Fuck Off And Die You Slag“ die Galerie fast schon zweideutig erröten.

Samstag, 1. April 2017

Piper Verlag mit neuen spannenden Titeln

Abbildungen: Piper/Pendo

Hanni Münzer "Die Akte Rosenthal", Piper Verlag, 400 Seiten, 9,99 EUR, ISBN 978-3-492-30963-9    Lukas von Stetten ist nach den folgenschweren Ereignissen in Rom nur eine kurze Atempause vergönnt: Sein Sohn Matti wird entführt. Unvermittelt findet sich der junge Vater inmitten einer Verschwörung wieder, die bis in höchste Regierungskreise reicht. Die Entführer verlangen kein Lösegeld, sondern die Übergabe einer Akte, die ihm die Journalistin Rabea kurz vor ihrem Tod überlassen hat – eine Akte, deren Inhalt so brisant ist, dass sie die amerikanische Regierung stürzen kann. Doch Lukas ist nicht mehr im Besitz dieser Geheimdokumente. Auch ein mächtiges Wirtschaftssyndikat, deren Interessen durch die Akte ebenfalls in Gefahr sind, hat die Jagd auf ihn eröffnet. Verzweifelt sucht Lukas nach einer Lösung, wie er sein Kind aus den Händen der Entführer retten kann. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

Hilde Artmeier "Die Tote im Regen", Piper Verlag, 272 Seiten, 10,- EUR, ISBN 978-3-492-31099-4    Anna di Santosa ist bestürzt. Auf ihren früheren Geliebten Doktor Nikolai Baum wurde ein Mordanschlag verübt! Da die Expolizistin und Boutiquenbesitzerin ohnehin plant, in Regensburg eine Detektei zu eröffnen, erteilt sie sich kurzerhand selbst ihren ersten Auftrag: Sie will herausfinden, wer dem Arzt nach dem Leben trachtet. Ihre Ermittlungen konzentrieren sich bald auf die noble Privatklinik, in der Nikolai gearbeitet hat. Als eine Leiche aus dem Fluss gezogen und erneut versucht wird, den im Koma liegenden Arzt zu töten, erkennt Anna, dass auch sie in höchster Gefahr schwebt.
Köllefornia informiert: Hilde Artmeier, geboren 1964 in Oberbayern, schrieb schon als Zehnjährige Kinderkrimis für ihre Mitschülerinnen. Nach dem Abitur verbrachte sie ein halbes Jahr in Schottland, später war sie als studierte Biologin und Fremdsprachenkorrespondentin tätig. Heute lebt sie mit Mann und zwei Kindern bei Regensburg, wo sie als Übersetzerin und Autorin arbeitet. "Die Tote im Regen" ist der erste Fall für Anna di Santosa.

Abby Geni "Ein Grab in den Wellen", Pendo, 368 Seiten, 15,- EUR, ISBN 978-3-86612-423-3    Ein Jahr lang will die junge Naturfotografin Miranda auf den Farallon-Inseln verbringen, ein abgelegener, unbewohnter Archipel vor der kalifornischen Küste. Ihre einzigen Gefährten sind ein paar Wissenschaftler, die in dieser Wildnis Fauna und Flora untersuchen. Sie beobachten die Wale und Robben, die extrem aggressiven Haie, die in diesen Gewässern jagen, sowie die überwältigende Vogelpopulation. In dieser unwirtlichen Umgebung scheint es nicht verwunderlich, dass sie allesamt Eigenbrötler sind. Doch mit der Zeit mehren sich mysteriöse Unfälle, eines Tages wird sogar einer der Forscher tot aufgefunden. Und Miranda fragt sich allmählich, ob die Inselgruppe, die von den Indianern seit jeher "Insel der Toten" genannt wird, tatsächlich verflucht ist, oder ob einer von ihnen ein grausames Spiel treibt.
Köllefornia informiert: Abby Geni ist Absolventin des renommierten Iowa Writers' Workshop und lebt in Chicago. "Ein Grab in den Wellen" ist ihr erster Roman, zuvor veröffentlichte sie eine Sammlung von Kurzgeschichten, die mehrfach ausgezeichnet wurde.