Dienstag, 27. Juni 2017

State of Flux

Abbildung: Reimer

"State of Flux - Aesthetics of Fluid Materials", Hrsg. Marcel Finke und Friedrich Weltzien, Reimer Verlag, 196 Seiten, 49,- EUR, ISBN 978-3-496-01577-2    Fluide Materialien sind eigen: Sie verspritzen, laufen über, fließen davon, vermischen und zerstreuen sich, neigen zur Bewegung und Transformation. Sie sind somit Zeugen einer materiellen Welt im Fluss. Aufgrund ihrer Dynamik widersprechen sie der Vorstellung von der Materie als einer trägen und passiven Substanz.
Die Autorinnen und Autoren des Bandes reflektieren über verschiedenste Materialien in Bewegung. Anhand unterschiedlicher künstlerischer Formate – Malerei, Film, Fotografie, Skulptur, Installation, Architekturmodelle – thematisieren sie die Besonderheiten fluider Stoffe in Theorie und Praxis. So stehen nicht Metaphern des Flüssigen im Fokus, sondern reale Flüssigkeiten in Aktion.
Künstler u.a.: Victor Hugo, Julius Popp, Christa Sommerer & Laurent Mignonneau, rAndom International, Frei Otto, Jürgen Reble, Matt Saunders, Jeff Wall, Sigmar Polke, Lucas Samaras, Wolfgang Tillmans, James Welling, David Medalla, Toshio Yoshida, Dieter Lutsch und Mark Porter.

Köllefornia informiert: Ein Kunstbuch das die Details ausführlich betrachtet. Schnell wird der Leser sensibilisiert, wenn es um Flüssiges in der Kunst geht. Schade ist allerdings, dass dieses Buch nur in englischer Sprache erscheint.

Samstag, 24. Juni 2017

Don Winslow "Corruption"

Abbildung: Droemer

Don Winslow "Corruption", Doemer, 544 Seiten, 22,99 EUR, ISBN 978-3-426-28168-0    Das neue, große Kriminal-Epos des amerikanischen Bestseller-Autors Don Winslow.
In den Straßenschluchten von New York lässt der internationale Star-Autor Don Winslow ein alptraumhaft realistisches Szenario von Drogen, Menschenhandel, Mord entstehen. Er zeichnet die todbringende Allianz von staatlichen Stellen und organisiertem Verbrechen: Sie sehen sich als Elitetruppe der Polizei, eine verschworene Einheit, ausgestattet mit weitreichenden technischen und rechtlichen Möglichkeiten. Gemeinsam sollen sie für Ruhe und Ordnung in ihrem Revier sorgen, dem nördlichen Manhattan. Und genau das tun sie. Hier gelten ihre Spielregeln, hier geschieht nichts ohne ihr Wissen. Doch die Truppe ist extremem Stress ebenso ausgesetzt wie extremen Risiken und extremen Verlockungen.
Köllefornia informiert:    Zum Buch:
Ein raffiniert angelegter und sprachlich überzeugender sowie brillanter Thriller. Die Nähe zu seinen Figuren lässt den Schluss zu, dass Winslow ein sehr gut recherchierender und beobachtender Augenzeuge der Szene ist. Spannend und teils mit etwas Ironie ausgestatteter Kriminalroman, den man sich zweifelsfrei gönnen sollte. Zum Autor: Don Winslow wurde 1953 in der Nacht zu Halloween in New York geboren. Seine Mutter, eine Bibliothekarin, und sein Vater, ehemaliger Offizier bei der Navy, bestärkten ihn schon früh in dem Wunsch, eines Tages Schriftsteller zu werden, vor allem die Geschichten, die sein Vater von der Marine zu erzählen hatte, beflügelten die Fantasie des Autors. Das Sujet des Drogenhandels und der Mafia, das in vielen von Don Winslows Romanen eine Rolle spielt, lässt sich ebenso mit seinen Kindheitserfahrungen erklären: Seine Großmutter arbeitete Ende der 60er für den berüchtigten Mafiaboss Carlos Marcello, der den späteren Autor mehrere Male in sein Haus einlud. Jeden Morgen um fünf setzt er sich an den Schreibtisch. Mittags läuft er sieben Meilen, in Gedanken immer noch bei seinen Figuren, um dann am Nachmittag weiterzuarbeiten. Winslow sagt von sich, dass er bislang nur fünf Tage durchgehalten habe, ohne zu schreiben. Es ist eine Sucht, die bis heute ein Werk hervorgebracht hat, dessen Qualität, Vielseitigkeit und Spannung Don Winslow zu einem der ganz Großen der zeitgenössischen Spannungsliteratur machen. Don Winslow wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Krimi Preis (International) 2011 für "Tage der Toten". Für die New York Times zählt Don Winslow zu den ganz großen amerikanischen Krimi-Autoren. Don Winslow lebt mit seiner Frau und deren Sohn in Kalifornien.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Kommando Abstellgleis

Abbildung: carl'sbook

Sophie Hénaff "Kommando Abstellgleis - Ein Fall für Kommissarin Capestan", carl'sbook, 352 Seiten, 14,99 EUR, ISBN 978-3-570-58561-0    Das Pariser Hauptkommissariat, 36 Quai des Orfèvres hat eine neue Leitung. Ihr Ziel heißt: die Aufklärungsraten und Statistiken polieren und alle lästigen, aufsässigen und arbeitsunwilligen Mitarbeiter loswerden. Deshalb ruft die Führungsriege eine neue Brigade ins Leben, in der alle Alkoholiker, Faulenzer, Schläger, Depressive und Polizisten, die sich für etwas anderes berufen fühlen - wie z.B. Eva Rozière, die Krimis schreibt, anstatt zu ermitteln -, zusammengefasst werden sollen. Die Leitung übergibt sie Anne Capestan, einer einst hoffnungsvollen jungen Polizistin, die wegen eines fatalen Fehlers vom Dienst suspendiert wurde. Was man von ihr erwartet: stillhalten. Anne hasst aber nichts mehr, als einfach zu gehorchen. Deshalb lässt sie nichts unversucht und baut mit ihrer Truppe der verkrachten Existenzen in einem schäbigen Büro bei miserabler technischer Ausstattung, ohne Waffen und Blaulicht ein Kommissariat der unkonventionellen Methoden auf und löst - zum Schrecken der neuen Chefs - auch noch alte Fälle, die die neue Führungsriege in gar keinem schönen Licht erscheinen lassen.
Köllefornia informiert:    Zum Buch: Ja, das ist ja mal ein witziger Krimi. Bunte Vögel die ermitteln und in dem alles nicht so bitterernst genommen wird. Eine sehr intelligent aufgemachte Kriminalgeschichte. Könnte für eine tolle Filmvorlage dienen. Bravo! Zur Autorin: Sophie Hénaff ist Journalistin, deren humoristische Kolumne in der französischen Cosmopoltan eine riesige Fangemeinde hat. XY ist ihr Krimidebüt, der Auftakt einer Serie um Kommissarin Anne Capestan und ihre Brigade der Ausrangierten. Das Buch war in Frankreich ein Bestseller und wurde in zahlreiche Länder verkauft.

Schweizer Pop Art

Abbildung: Scheidegger & Spiess

"Swiss Pop Art", Das Standardwerk zur Schweizer Pop-Art, herausgegeben von Madeleine Schuppli und dem Aargauer Kunsthaus, Aarau. Verlag Scheidegger & Spiess    Texte in Deutsch, Englisch und Französisch. Broschiert, 552 Seiten, 254 farbige und 63 schwarzweiße Abbildungen, 68,- EUR, ISBN 978-3-85881-536-1    Die Pop-Art war als eine der wichtigsten internationalen Strömungen der Nachkriegskunst auch für das Schweizer Kunstschaffen der 1960er- und der frühen 1970er-Jahre von zentraler Bedeutung. Die spezifisch helvetischen Ausformungen der Pop-Art bilden ein wichtiges, aber bisher kaum erforschtes Kapitel der Schweizer Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Die vorliegende Publikation wird diese Lücke schliessen. Wissenschaftlich fundierte Texte untersuchen die Pop-Art aus Schweizer Perspektive und sind mit umfassendem Bildmaterial illustriert. Beleuchtet werden auch Themen wie «Swissness» oder die einzelnen Pop-Art-Phasen von Kunstschaffenden. Beiträge zu den Einflüssen der Kunstrichtung auf die Bereiche Design, Kunst im öffentlichen Raum, Grafik und Musik verorten die Thematik disziplinübergreifend im grösseren Kontext. Eine Text-Bild-Chronologie mit Zeugnissen einzelner Protagonisten bietet einen Überblick über die in politischer, gesellschaftlicher und künstlerischer Hinsicht ereignisreiche Periode und lässt den Zeitgeist aufleben.
Mit Beiträgen von Yasmin Afschar, Karoliina Elmer, Bernadette Fülscher, Kornelia Imesch, Dora Imhof, Renate Menzi, Franz Müller, Samuel Mumenthaler, Astrid Näff, Philipp Stamm, Madeleine Schuppli und Katrin Weilenmann.
Köllefornia informiert: Dieses hervorragende und opulente Werk ist zur Ausstellung "Swiss Pop Art" im Aargauer Kunsthaus, Aarau, die noch bis zum 01. Oktober 2017 läuft, erschienen.

Mit Kunst ins und durchs Leben

Foto: Lydia Tress

Ausstel­lung "Kunst ins Leben! - Der Samm­ler Wolf­gang Hahn und die 60er Jahre", Museum Ludwig Köln, 24. Ju­ni – 24. Septem­ber 2017    Wolfgang Hahn war Chefrestaurator des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig. Diese Perspektive prägte seinen Blick auf die zeitgenössische Kunst. Er erkannte, dass die neue Kunst um 1960 in ihrem Kern prozesshaft und performativ war. So besuchte er von Beginn an Veranstaltungen neuer Musik, Fluxus-Aktionen und Happenings. Er initiierte Arbeiten wie Daniel Spoerris Hahns Abendmahl von 1964, realisierte in seinem Wohnzimmer Lawrence Weiners Konzept A SQUARE REMOVAL FROM A RUG IN USE von 1969 und kaufte nicht nur Konzepte und Partituren, sondern auch Audioarbeiten und 16-mm-Filme von KünstlerInnen. Auf der anderen Seite begegnete er der zeitgenössischen Kunst mit einem historischen Bewusstsein. Als Zeuge von Aktionen und Happenings protokollierte er das Gesehene; er führte KünstlerInneninterviews, um mehr über die Herstellungsweise und künstlerische Haltung zu erfahren; und er sammelte gezielt Werke und Dokumente, die aus bestimmten Aktionskontexten stammten. So befinden sich sehr viele Objekte aus der legendären Ausstellung Nam June Paiks Exposition of Music. Electronic Television von 1963 in seiner Sammlung.
1978 kaufte die Republik Österreich die Sammlung Hahn an, die 2003 durch weitere Ankäufe vervollständigt wurde und sich im mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien befindet. Indem die Ausstellung im Museum Ludwig und im mumok erstmals die Sammlung Hahn als ein
abgeschlossenes Zeitzeugnis betrachtet, ermöglicht sie einen neuen Blick auf die Kunst der 1960er- und 1970er-Jahre auch jenseits kunsthistorischer oder geografischer Einordnungen. 

KünstlerInnen: Anouj, Arman, Ay-O, Joseph Beuys, George Brecht, Michael Buthe, John Cage, John Chamberlain, Christo, Bruce Conner, Philip Corner, Merce Cunningham, Gérard Deschamps, Jim Dine, François Dufrêne, Öyvind Fahlström, Robert Filliou, Sam Gilliam, Ludwig Gosewitz, Nancy Graves, Raymond Hains, Al Hansen, Dick Higgins, Allan Kaprow / Kasia Fudakowski, Alison Knowles, Arthur Køpcke, Gary Kuehn, Yayoi Kusama, Barry Le Va, Boris Lurie, Gordon Matta-Clark, Claes Oldenburg, Yoko Ono, Nam June Paik, Lil Picard, Klaus Rinke, Mimmo Rotella, Dieter Roth, Niki de Saint Phalle, Günter Saree, George Segal, Daniel Spoerri, Paul Thek, Jean Tinguely, Ursula, Franz Erhard Walther, Robert Watts, Lawrence Weiner, H.C. Westermann, Stefan Wewerka, Jacques de la Villeglé, Wolf Vostell und Gil J. Wolman.
Köllefornia informiert: Eine Ausstellung die man sich unbedingt ansehen sollte. In den 1960er Jahren kam eine neue Zeit des Umbruchs sowie Aufbruchs. The Beatles, The Rolling Stones bis zu Happening und Fluxus gehörten dazu. Die bildende Kunst erlebte ein Beben. In dieser Ausstellung fühlt man sich sofort zeitzurückversetzt. Tolle Arbeiten von Warhol, Vostell, Beuys, Yoko Ono, um nur einige wenige zu nennen, erblühen hier zu neuen Seherlebnissen.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Amnesia - Ich muss mich erinnern

Abbildung: Knaur

Jutta Maria Herrmann "Amnesia - Ich muss mich erinnern", Knaur Verlag, 304 Seiten, 9,99 EUR, ISBN 978-3-426-51997-4    Du hast nichts zu verlieren. Du hast eine mörderische Wut. Und du kannst dich an nichts erinnern. Als die Berlinerin Helen die Diagnose Krebs im Endstadium erhält, ist es ihr einziger Wunsch, sich vor ihrem Tod endlich mit ihrer Mutter auszusöhnen, zu der sie ein schwieriges und distanziertes Verhältnis hat. Bei ihrer Familie in der südwestdeutschen Heimat angekommen, muss sie dann schockiert erfahren, dass ihre schwangere Schwester Kristin von ihrem Ehemann Leon misshandelt wird. Am liebsten würde Helen Leon dafür umbringen, zu verlieren hat sie ja nichts mehr. Aber einen Menschen töten? Helen glaubt nicht, dass sie dazu wirklich fähig ist. Am nächsten Morgen allerdings ist Leon tot – und Helen, die Medikamente mit schwersten Nebenwirkungen nimmt, hat keinerlei Erinnerung an die vergangene Nacht.
Köllefornia informiert:    Zum Buch: Ein weiteres Buch aus der Feder der deutschen Autorin, das in den abgrundtiefen Welten der Psychologie spielt. Keine leichte Kost für Leser, die sonst auf eher seichte Krimis abfahren. Zum Autor: Mitte der Achtziger strandete die Saarländerin Jutta Maria Herrmann in Berlin, studierte Germanistik und Filmwissenschaften, sympathisierte mit der Hausbesetzerszene und stürzte sich ins Nachtleben. Sie arbeitete als Buchhändlerin, Putzfrau, Sekretärin, Synchrondrehbuch-Autorin und Veranstalterin von Punkkonzerten. Heute ist sie für eine Tageszeitung tätig. Nach "Hotline" und "Schuld bist du" ist "Amnesia" ihr dritter Thriller im Knaur Verlag.

Dienstag, 13. Juni 2017

Murder Park

Abbildung: Heyne

Jonas Winner "Murder Park", Heyne Verlag, 416 Seiten, 12,99 EUR, ISBN 978-3-453-42176-9    Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark – bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park – eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Und dann beginnen die Morde.
Köllefornia informiert:    Zum Buch: Grundsätzlich eine gute Romanidee, die der Autor brilliant umsetzt. Zum Autor: Jonas Winner wuchs in Berlin, Rom und den USA auf, Studium in Deutschland und Frankreich. Nach seiner Promotion über Spieltheorie arbeitete er zehn Jahre lang als Fernsehjournalist, danach folgten Drehbücher fürs deutsche Fernsehen und Romane. Mit dem Self-Publishing-Erfolg "Berlin Gothic" gelang Winner der Durchbruch als Spannungsautor.

SAP Big Band - And Friends

Abbildung: Personality Records

Neue CD "SAP Big Band - And Friends", Personality Records    Mit „And Friends“ (2017) präsentiert die SAP Big Band, die im Jahr 2016 ihr 20-jähriges Bestehen feiern konnte, ihr mittlerweile schon siebtes Studioalbum.
Bereits der Titel des Albums verweist auf die Gäste und Freunde, die in besonderer Weise mit der Band verbunden sind und das Album maßgeblich mitgestaltet haben. Namhafte Gesangsgrößen wie Marc Marshall, Janice Dixon, Nicole Metzger oder Viviane de Farias reihen sich ganz selbstverständlich neben hochkarätigen Solisten wie Steffen Weber, Konrad Hinsken, Stephan Kirsch und Cris Gavazzoni ein. Herausgekommen ist ein wunderbarer Mix hervorragender Big-Band-Musik, in der man die Homogenität der Gruppe fast schon greifen und natürlich hören kann.

Donnerstag, 8. Juni 2017

Neue spannende Titel bei Knaur

Abbildungen: Knaur

Andreas Föhr "Schwarzwasser", Knaur, 400 Seiten, 14,99 EUR, ISBN 978-3-426-65421-7    Am Tatort angekommen, stellt Wallner erleichtert fest, dass Manfred wohlauf ist – er und Polizeiobermeister Leonhardt Kreuthner haben den Toten - Klaus Wartberg - entdeckt. Am Tatort findet sich auch eine verstörte junge Frau, die die Tatwaffe in der Hand hält. Hat sie Klaus Wartberg ermordet? Schon bald stellt sich heraus, dass der Ermordete gar nicht tot sein dürfte. Ihn hat es nämlich nie gegeben. Seine Papiere sind gut gemachte Fälschungen, der Lebenslauf ist frei erfunden, Freunde oder Familie gibt es nicht. Wer also war der Tote wirklich? Was verbindet ihn mit der jungen Frau? Und warum musste er eine andere Identität annehmen?
Köllefornia informiert   
Zum Buch: Andreas Föhr ist schon ein ganz besonderer Schreiber den man sich merken sollte. Klug und ironisch kommen seine Texte daher. Alles in allem ein empfehlenswerter Lokalkrimi aus dem oberbayerischen Milieu.    Zum Autor: Andreas Föhr, Jahrgang 1958, gelernter Jurist, arbeitete einige Jahre bei der Rundfunkaufsicht und als Anwalt. Seit 1991 verfasst er erfolgreich Drehbücher für das Fernsehen, mit Schwerpunkt im Bereich Krimi. Zusammen mit Thomas Letocha schrieb er u.a für „SOKO 5113“, „Ein Fall für zwei“ und „Der Bulle von Tölz“. Für seinen Debütroman „Der Prinzessinnenmörder“ ist Andreas Föhr mit dem begehrten Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet worden. Mit „Schwarze Piste“ stand Föhr monatelang unter den Top 10 der Spiegel-Bestsellerliste. Andreas Föhr lebt bei Wasserburg.

Nancy Bush "Dafür wirst du leiden", Knaur, 480 Seiten, 9,99 EUR, ISBN 978-3-426-52060-4    Enthüllungsjournalist Jay Danziger entgeht nur knapp einem Bombenattentat. Jordanna Winters, ebenfalls Journalistin und glühende Verehrerin von Jay, versteckt ihn daraufhin zu seiner eigenen Sicherheit in ihrem Heimatort in Oregon. Doch das kleine Rock Springs birgt seine eigenen Gefahren: Plötzlich taucht die Leiche eines unbekannten Mannes auf, ein Brandmal – ein umgedrehtes Kreuz, Zeichen des Satans – ins Gesäß eingebrannt. Zeitgleich verschwindet spurlos eine junge Frau. Die ehrgeizige Journalistin Jordanna versucht, die Fäden zu verknüpfen. Mit Jays Hilfe begibt sie sich auf die Fährte eines besessenen, hochgefährlichen Serienmörders.
Köllefornia informiert    Zum Buch: Durchschnittliche Lektüre ohne große Highlights gegenüber den vorigen Bänden. Teilweise ziemlich langatmige Handlungsstränge die nicht überzeugend klingen. Zur Autorin: Nancy Bush ist wie ihre Schwester Lisa Jackson eine „New York Times"- und „USA Today"-Bestseller-Autorin und Thrillerautorin. Sie begann ihre schriftstellerische Karriere mit dem Schreiben von Romances, bevor sie als Drehbuchautorin zusammen mit einem Team jahrelang die Folgen der beliebten amerikanischen Fernsehserie „All My Children" verfasste. Nach den Thrillern „Nirgends wirst du sicher sein", „Niemals wirst du ihn vergessen" und „Niemand kannst du trauen" folgen mit „Dafür wirst du leiden" und „Dafür musst du sterben" zwei weitere Bände der Serie rund um die Detectives August und September Rafferty vom Laurelton Police Department – in beiden Fällen erweitert um ein neues Ermittler-Duo.

C. O. Paeffgen "Liebes- und Fragezeichen"

Abbildung: Deutscher Kunstverlag

C. O. Paeffgen "Liebes- und Fragezeichen", Deutscher Kunstverlag, 56 Seiten mit 51 farbigen Abbildungen, 19 × 25 cm, Hardcover, 19,90 EUR, ISBN 978-3-422-07423-1    (Katalog zur Ausstellung in der Villa Grisebach, Berlin, 2017, mit einem Beitrag von Bazon Brock.    C. O. Paeffgen, mit bürgerlichem Namen Claus Otto Paeffgen, wurde 1933 in Köln geboren und ist mit seiner rheinischen Heimat bis heute eng verwoben. Seit mehr als fünfzig Jahren verfolgt der Künstler gesellschaftliche Phänomene. Seinen 'Umwicklungen', Fundobjekte, die er mit Draht zusammenzufügt, stehen die 'Umrandungen' gegenüber, nachgezogene Konturen von Zeitungsbildern, die auf Leinwand projiziert und überarbeitet werden. Paeffgen wählt aus. Er markiert, akzentuiert, bezieht Position, verbirgt sie manchmal im Formelhaften. Dabei entwickelt er seine Arbeit, von der er einmal behauptet hat, "jeder könnte das machen, was ich mache", konsequent weiter und gießt Liebe oder Freiheit in prägnante Zeichen.